Häufige Fragen zu TCM

 

Mit welchen Beschwerden kann ich zu einem TCM-Arzt gehen?

TCM ist grundsätzlich zur Vorbeugung und Behandlung aller Krankheiten geeignet. Als erste und alleinige Methode sollte eine TCM-Therapie nicht gewählt werden bei Erkrankungen, die umgehend einer operativen Versorgung, Antibiotikatherapie oder sonstiger Akutintervention bedürfen (z.B. Schlaganfall oder Herzinfarkt)

In weiterer Folge, nach Abklingen der Akutphase, bzw. begleitend, hat die TCM aber auch hier ihren Stellenwert.

Sehr gut bewährt hat sich die Traditionelle chinesische Medizin im Bereich sogenannter

  • „Funktioneller" Störungen , bei denen oft schulmedizinisch keine Krankheit diagnostiziert werden kann (z.B. Sodbrennen mit unauffälliger Gastroskopie, Schmerzen beim Urinieren ohne Nachweis von Steinen oder Harnwegsinfekten...)
  • Bei „Immunschwächen" mit ungefährlichen, aber lästigen, immer wiederkehrenden Infekten
  • Begleitend zu Schulmedizin bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen
  • Bei Allergien
  • In der Schmerztherapie.
  • Im gynäkologischen Bereich („Frauenleiden") und
  • Zur Unterstützung der Abwehr
  • Begleitend zur Schulmedizin in der Krebstherapie

In der TCM ist der Patient, mehr noch als in der westlichen Schulmedizin, gefordert durch seinen Lebensstil, Ernährung und innere Haltung zur Genesung beizutragen bzw. seine Gesundheit zu erhalten - oder als gern gesehener Kunde seinen Arzt möglichst oft wegen der gleichen Beschwerden immer und immer wieder aufzusuchen.

Wie sieht eine TCM-Medizin aus?

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um wässrige Auszüge aus den verwendeten Arzneikräutern. Das heisst teeähnliche, oft nicht sehr wohlschmeckende Getränke. Diese Auszüge müssen dann mehrmals täglich über einen bestimmten Zeitraum eingenommen werden.

Die verschiedenen Formen, in denen der Patient seine Rezeptur in einer dafür spezialisierten Apotheke erhalten kann sind:

  • Rohdrogen (Fachausdruck für Arzneimittel): meist getrockneten Zutaten, portionsweise abgepackt für 1-3 Tage, die dann selbst zu einem Dekokt=Abkochung verarbeitet werden müssen
  • Dekokt: Fertige, von der Apotheke zubereitete Abkochung
  • Granulat: Instantpulver aus Kräuterdekokten hergestellt
  • Hydrophile Konzentrate: alkoholische Auszüge, denen der Alkohol entzogen wurde

Wie werden in der TCM Diagnosen gestellt?

Die wichtigsten diagnostischen Verfahren sind:

  • Die vier Untersuchungsmethoden
    Beobachten
    Hören und Riechen
    Betasten
    Befragen
  • und
    Zungendiagnose
    Pulsdiagnose

Ziele der Diagnostik:

  • Befunderhebung im Sinne des Chinesischen Medizinsystems
  • Die Befunde werden einander gegenübergestellt, um Krankheitsmuster (Syndrome) zu erkennen und die entsprechende individuelle Behandlung festzulegen.

(Diagnosen wie „Leberblutmangel" oder „Milz-Qi-Mangel" sind daher keinesfalls westlich zu interpretieren, führen den TCM-Arzt aber zu den individuell angepassten Kräuterrezepturen, Akupunkturprogrammen, Ernährungsempfehlungen etc.)

Gesundheit in der TCM

Gesundheit im Sinne der TCM wird als Gleichgewicht von Yin und Yang und freiem Fluss von Blut und Qi verstanden. Ungleichgewicht führt zu Disharmoniemustern, also Funktionsstörungen, und in weiterer Folge organisch manifesten Krankheiten.

Therapeutische Interventionen in der TCM, sei es nun Akupunktur, Tuina oder Arzneitherapie, haben zum Ziel die Disharmoniemuster zu beseitigen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Ist TCM eine Alternative zur Schulmedizin?

Nein. Ich verstehe mich als Komplementärmedizinerin, deren Basis eine fundierte westliche Medizinausbildung ist. Meine Herangehensweise ist die Stärken beider Systeme in Symbiose zu nutzen und anzuwenden.
So konnte die schulmedizinische Behandlung von Krebserkrankungen in den letzten Jahrzehnten enorme Erfolge verbuchen. Trotzdem sind die Therapien oft sowohl seelisch als auch körperlich äußerst belastend. Hier kann, unter anderen komplementärmedizinischen Methoden, auch die TCM Nebenwirkungen abpuffern und die körpereigene Abwehr stärken.

Schwere bakterielle Infektionen gehören mit Antibiotika behandeln. Oft machen aber sowohl Ärzte als auch Patienten die Erfahrung, dass „etwas hängen bleibt", sich die endgültige Gesundung hinzieht oder Neuinfektionen in rascher Folge auftreten. Die „Ausleitung" eines „pathogenen Faktors" durch TCM kann hier oft nachhaltig Abhilfe schaffen.

TCM - eine exotische Heilmethode?

Durch für uns fremdartige Begriffe und Konzepte erscheint die TCM vielen Menschen im Westen als exotisch und obskur. Warum auf exotische Heilpflanzen zurückgreifen, wo wir doch eigene Kräuter haben?

Unter den chinesischen Kräutern finden sich zahlreiche, die auch bei uns bekannt sind, wie z.B. Frühlingszwiebel, Pfefferminze oder Weissdorn.

Viele Pflanzen sind bei uns zwar längst heimisch, werden aber hier nicht als Heilmittel erkannt, wie zum Beispiel Forsythien, Magnolien, Maulbeeren oder Pfingstrosen. Andererseits wird niemand unseren weihnachtlichen Lebkuchen als exotisch ablehnen - obwohl sich darin Ingwer, Zimt, Sternanis und Neugewürz finden. Auch den Pfefferstreuer neben dem Salz empfinden wir als Selbstverständlichkeit, obwohl kaum einer von uns die Pflanze dazu kennt.

Eine kontinuierliche Aufzeichnung, ohne Unterbrechung durch Völkerwanderungen, Glaubenskriege und Hexenverbrennungen erlaubte China ein breites Wissen um Naturheilmethoden zu bewahren und weiterzuentwickeln. Auf diesen Erfahrungsschatz greift die Traditionelle chinesische Medizin zurück, um eine ganzheitliche Heilmethode anzubieten.